Das Leben hält sich nicht an Rendezvous. Die Geschichte meiner Krebserkrankung.

Gillespie_Leben

„Ich hatte nie ein besondere Affinität zu Brüsten, auch nicht zu meinen eigenen. Das mag der Grund sein, wieso ich nicht mehr genau weiß, wann alles wirklich begonnen hat. Ich erinnere mich aber an einen späten Augustnachmittag unter der Dusche in Venedig, als der Knoten in meiner linken Brust bereits so groß war, dass ich ihn nicht mehr ignorieren konnte. Ich hatte Angst, das weiß ich noch, ein Gefühl, das einem langsam in die Knochen kriecht, einen schwer werden lässt und langsam. Angst ist still und macht stumm. Auch mit mir selbst wollte ich mich nicht darüber unterhalten. Nicht zu diesem Zeitpunkt.“

Krimiautorin Jacqueline Gillespie ist vor einigen Jahren an Krebs erkrankt. Emotionslos und in brillanter Sprache beschreibt sie ihre Angst, ihren Kampf, ihre Wut über inkompetente Ärzte und unsensible Mitmenschen, aber auch die unerwarteten Momente der Freude – und ihren Sieg über Krankheit und Leid. Beißende Ironie, schwarzer Humor und unerschütterlicher Mut sind dabei ihre stärksten Waffen. Von der ersten bis zur letzten Zeile nimmt ihre Geschichte gefangen, und am Ende weiß man: Diese Frau lässt sich nicht unterkriegen. Das macht Mut, auch für das eigene Leben.

 

 

 

 

 

 

„Als mein Freund Christian Schüller mir vom neuen Buch seiner ehemaligen Schulfreundin erzählte, dachte ich „Oh Gott oh Gott“. Die Geschichte einer mittelalterlichen Frau, die ihren Krebs besiegt hat. Und das Ganze nicht als feingesponnene literarische Erzählung, sondern als knallharter Tatsachenbericht. Kein Buch für mich. Weil ich dem Geschmack des Freundes traue, gab ich dem Buch eine Chance und: Hand aufs Herz: In einem Zug durchgelesen. (…)“ (Petra Hartlieb, Buchhandlung Hartlieb Februar 2009)

 

 

 

Orac Verlag, 2009