Zur Person

© Andrea Schütz

 

Die Geschichte einer Europäerin.

Jacqueline Marian Martha Jean Gillespie, so steht es in ihrem britischen Pass, wurde am 6.5.1958 in Wien geboren, die Mama war Wienerin, der Papa Schotte, britischer Besatzungsoffizier.

Zu Hause wurde englisch gesprochen, doch ab ihrem vierten Lebensjahr kam durch einen Zufall Französisch als dritte Sprache noch hinzu. Im französischen Kinderzimmer des internationalen Kindergarten war noch ein Platz frei, im englischen Kinderzimmer erst zu einem Zeitpunkt, als Jacqueline Gillespie auf Französisch immerhin bitten, danken und auch grüßen konnte, was ihre Mutter bewog, sie in die französische Schule, ins Lycée français de Vienne, zu schicken.

Schon in Jugendjahren schrieb Jacqueline Gillespie Kurzgeschichten und gewann 1975 den Literaturpreis vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst im Rahmen des Europäischen Literaturwettbewerbes. Literatur ist stets ihre große Liebe gewesen, mit acht Jahren rezitierte sie Wilhelm Busch, mit dreizehn Jahren Gedichte von Heinrich Heine, Buddenbrooks von Thomas Mann war schon damals ihr Lieblingsbuch, und Zola und Maupassant hatten es ihr besonders angetan. Seit ihrem achten Lebensjahr ist Jacqueline Gillespie ohne ein Buch in ihrer Tasche einfach nicht anzutreffen.

Wie damals noch üblich bekam sie von klein auf privaten Ballett- und Klavierunterricht, der Papa brachte ihr überdies Fußballspielen und mit dreizehn Jahren das Autofahren bei. Mit dem ausrangierten Auto der Mama, einem kleinen Triumph in Racing Green und roten Ledersitzen, der gerade noch 30 km/h zustande brachte, fuhr sie auf einem Privatgelände spazieren.

Scot Flash 1-page-002Mit vierzehn Jahren zog Gillespie Reitstunden den Ballettstunden allerdings entschieden vor, Klavier spielte sie weiterhin. So begann mit Pferden eine Leidenschaft, die viele Jahre andauern sollte, erst mit 31 Jahren verschenkte sie ihren letzten Hengst.

Bedingung ihrer Eltern für eine Pferdehaltung war jedoch eine Ausbildung zum Stallmädchen, so wurde Jacqueline Gillespie mit sechzehn Jahren in den langen französischen Sommerferien nach Schottland geschickt Pferdeboxen auszumisten, Pferde zu striegeln und Sattelzeug zu putzen. Die schottischen Cousins hatten immer Pferde gehabt, der älteste ritt schon damals internationale Springturniere in Wembley. Was man mit seinen Händen vollbringen kann und im Kopf hat, kann einem niemand nehmen, war die Devise ihrer Mama, denn Geld kann entwertet, Grundstücke enteignet werden, Jahrgang 1916, hatte sie in der Tat gewusst, wovon sie sprach.  

Jacqueline Gillespie maturierte in weiterer Folge im Lycée, inskribierte Jus an der Universität Wien, wechselte jedoch, sich ihrer Liebe für Literatur erinnernd, zu Romanistik (Französische und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft) und schloss darin ihr Studium ab (Mag. Dr. phil.). So kam die vierte Sprache hinzu.

Diplomarbeit: Der Mond im Theater Paul Claudels

Dissertation: Astrologie und Opferthematik in den Theaterstücken und den Oden von Paul Claudel.

Scot Flash-page-002Parallel zu ihrem Studium machte Jacqueline Gillespie die Ausbildung zum Reittrainer (Springreiten) in der Militärakademie Wiener Neustadt und im Pferdezentrum Stadl-Paura und bestritt internationale Springturniere (Stadthalle Wien z.B.). In dieser Zeit lernte sie auch zweispännig Kutschenfahren und legte die Prüfung für eine Fahrerlizenz ab. Rein theoretisch könnte sie in Wien einen Fiaker kutschieren.

Nach Beendigung der universitären Ausbildung gründete sie eine Familie, legte die Spediteurprüfung und die Konzessionsprüfung für das Transportgewerbe ab, erwarb zu diesem Behufe einen LKW-Führerschein, und war als Geschäftsführerin des Familien-Speditionsunternehmens tätig, gründete mit ihrem Mann weitere Unternehmen, bis sie sich im Jahre 2001 dazu entschloss, sich aus der Wirtschaft zurückzuziehen und der Schriftstellerei zu widmen.

Neben Familie und Berufstätigkeit war Jacqueline Gillespie jahrelang nicht zum Klavierspielen gekommen, eine Freundin brachte sie auf die Idee, es überdies mit Orgelspiel zu versuchen. So wurde sie Schülerin in der Musikschule Pernitz, holte Theorieprüfungen nach, denn Musikunterricht hatte es  im Lycée nicht gegeben. Nahezu täglich ist Jacqueline Gillespie in der Kirche in Scheuchenstein antreffen, Bach ist zu ihrem ständigen Begleiter geworden.

SBL-Regionsbotschafter Juni 2015

Am 13.06.2015 wurde Jacqueline Gillespie aufgrund ihrer Schneebergkrimis zur ersten Schneebergland-Botschafterin ernannt.

JG 2001-0022009 wurde im Orac Verlag ihr Buch veröffentlicht Das Leben hält sich nicht an Rendezvous. Die Geschichte meiner Krebserkrankung,  das Buch, das Jacqueline Gillespie am meisten am Herzen liegt, obwohl sie es gar nicht hatte schreiben wollen. Ein Buch für Patienten, das einen trotz allem zum Lachen bringt (Amazon-Rezension).

Mitglied bei    P.E.N.- Club (Rechnungsprüferin)

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